Das lineare Fernsehen ist immer noch das Lagerfeuer der Nation, CCO Telecolumbus
Interview mit Dietmar Schickel, Chief Commercial Officer, Tele Columbus, promedia 03/2010
Eine unabhängige Holding hat Anfang Januar den drittgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Tele Columbus von der Escaline-Tochtergesellschaft Orion Cable übernommen. Die Holding-Gesellschaft ist von den über 100 internationalen Gläubigerinstituten und den bisherigen Eigentümern unabhängig. Tele Columbus ist aus einer Vielzahl von klassischen Netzebene 4-Betreibern entstanden, die heute in der Tele Columbus Gruppe integriert sind. Dazu gehören die ehemalige ewt multimedia GmbH oder auch die Breitbandnetze von Bosch und Siemens. Die Tele Columbus Gruppe ist als Anbieter national aktiv, mit Netzen in allen 16 Bundesländern vertreten – aber mit einem klaren Schwerpunkt auf Berlin und den ostdeutschen Bundesländern. Hier befinden sich knapp 70 Prozent der Kunden.
promedia: Herr Schickel, welche Finanzdienstleister, Fonds oder Banken gehörten jetzt zu den Eigentümern von TeleColumbus?
Dietmar Schickel: An der neuen Eigentümergesellschaft der Tele Columbus Gruppe sind keine Banken oder Fonds beteiligt. Die Kreditgeber sind weiterhin lediglich über Fremdkapital investiert. Die neue Holding ist vollkommen unabhängig von den Kreditgebern und wird von der auf finanzielle Restrukturierungen spezialisierten Finanzagentur Nikolaus&Co geführt.
promedia: Welche Konsequenzen hat das für die operative Tätigkeit?
Dietmar Schickel: Zunächst einmal muss man klarstellen: Auch wenn in den Medien viel spekuliert wurde – die operative Tätigkeit war nie gefährdet. Die Kapitalgeber haben nie einen Zweifel daran gelassen, welch großen Wert sie dem Unternehmen Tele Columbus, der Infrastruktur, die wir über die Jahre aufgebaut haben und unserem Geschäftsmodell beimessen. Es bestand zu jeder Zeit ein klares Interesse seitens unserer Kapitalgeber, dieses hoch profitable Geschäft auch weiterzuführen – und dieses Interesse wurde unserem Unternehmen gegenüber auch klar dokumentiert. Diesen Beitrag weiterlesen »
Wir wollen Inhalte zeigen, die nicht im TV laufen, Projektleiter 3min
Interview mit Robert Wagner, Vice President Marketing & Content, Bereich Products & Innovations, Projektleiter 3min, Deutsche Telekom AG, Berlin, promedia 03/2010
3min.de ist das erste deutsche Webserien-Portal der Telekom und wird in Berlin produziert. Von Comedy über Sport bis hin zu Musik bietet die Internetplattform Mini-Serien mit einer durchschnittlichen Länge von drei Minuten pro Episode an. Brüno, den Quatsch Comedy Club oder Moabit Vice gibt es Online und für das Handy. 3,2 Minuten durchschnittlich nutzt der User Bewegtbildangebote im Web und deswegen heißt das erste deutsche Webserienportal 3min.de.
Ein Team von rund einem Dutzend Mitarbeitern arbeitet an dem Portal, dass ausschließlich professionell produzierte Inhalte anbietet und bewusst auf User-generated Content, wie z.B. bei Facebook verzichtet.
Im Gegensatz zu anderen Portalen, erwirbt die Telekom Lizenzen von Sendern oder Produzenten und finanziert gegenwärtig sowohl das Online-Portal als auch das Handy-Angebot ausschließlich über Werbung.
Allerdings erweist sich die werbebasierte Finanzierung schwieriger als gedacht. Deshalb setzt man auch auf Transaktions-Geschäftsmodelle und will in einem Online-Shop auch Musik verkaufen.
promedia: Herr Wagner, welche Idee steht hinter 3min.de?
Robert Wagner: Wir wissen, dass die junge Lifestyle-Zielgruppe ein verändertes Mediennutzungsverhalten hat. Kurze, clipartige Inhalte, die zwischendurch an der Haltstelle, in der U-Bahn, an der Arbeit genutzt werden können, haben in den letzten Jahren zugenommen. Das war der Schlüssel für uns, ein Video-Portal zu entwickeln, das sich ausschließlich mit professionell produzierten Inhalten auseinandersetzt und bewusst auf User-generated Content verzichtet.
promedia: Bietet Sevenload.de nicht etwas Ähnliches?
Robert Wagner: Sevenload ist sehr stark im Umfeld von User-generated Content und versteht sich als Social Community. Die Konsumenten können dort z.B. auch ihre Bilder hochladen. Bei uns sind alle Inhalte auf TV-Niveau produziert und ausgewählt. Der qualitative Aspekt steht sehr stark im Vordergrund. Hiermit differenzieren wir uns auch sehr deutlich von Sevenload.
promedia: Machen Sie dann damit nicht Entertain Konkurrenz?
Robert Wagner: Klares Nein. Es handelt sich bei uns nicht um TV-Inhalte wie sie Entertain anbietet, sondern um kurze Formate, die speziell für das Internet produziert wurden. Entertain sehen wir nicht als Konkurrenz an, sondern es Diesen Beitrag weiterlesen »
3D ist der Beginn einer technischen Revolution, Vorstand Film und Fernsehen Constantin
Interview mit Martin Moszkowicz, Vorstand Film und Fernsehen, Constantin Film AG, promedia 03/2010
Für Martin Moszkowicz, den Vorstand Film und Fernsehen, Constantin Film AG ist die moderne 3D-Technologie „der Beginn einer technischen Revolution, vergleichbar mit dem Umbruch vom Stumm- zum Tonfilm“. Um so wichtiger sei es deshalb, dass möglichst schnell alle Kinosäle mit dieser digitalen Technik ausgerüstet werden. „Wieder einmal haben hier einige den Startschuss verschlafen. Es ist für uns Produzenten ein Problem, dass gerade einmal 400 3D-fähige und nur 500 digitale Kinosäle existieren und wir mit den Millioneninvestitionen in den Produktionen nun vor den wenigen Häusern Schlange stehen“, so Moszkowicz in einem promedia-Gespräch. Bei den alten und kleinen Häusern werde es jedoch schwieriger und hier werde man auf die Unterstützung der Politik angewiesen sein. Aber nicht zuletzt durch ihre Klage gegen das FFG hätten einige Kinoketten hier einen schnellen und sinnvollen Weg vorerst verbaut.
Moszkowicz kündigte an, dass Constantin in diesem Jahr noch drei 3D-Filme in die deutschen Kinos bringen werde. Auch von anderen Produzenten seien 3D-Filme in Arbeit.
promedia: Herr Moszkowicz, welches waren für Sie die wichtigsten geschäftlichen Ergebnisse der Berlinale?
Martin Moszkowicz: Im wirtschaftlichen Bereich ist bei der Berlinale sicherlich der European Filmmarket besonders wichtig. Der hat sich gegenüber dem letzten Jahr wieder erholt. 2009 war bei den Einkäufern wegen der Finanzkrise sehr wenig Geld in Umlauf, es gab aber auch nur sehr wenige interessante Filme. In diesem Jahr hat sich die Finanzsituation durchaus verbessert, es gibt kaufwillige Verleiher aus der ganzen Welt. Das Filmangebot lässt aber noch etwas zu wünschen übrig, so dass wir in diesem Jahr keine Titel für unseren Vertrieb eingekauft haben. Wir konnten allerdings sehr gut verkaufen, vor allem unsere deutschen Produktionen. Besonders erfreulich ist, dass wir den 3D-Film „Konferenz der Tiere“ fast in die ganze Welt verkaufen konnten, obwohl der Film noch nicht fertig ist und wir auf der Berlinale nur zwölf Minuten zeigen konnten. Bei unseren Verkäufen handelt es sich um Beträge in einem hohen Millionenbereich.
promedia: 2009 waren einige Ihrer Filme erfolgreich im Kino. Wie sind die international gelaufen?
Martin Moszkowicz: Der Verkauf ist sehr genreabhängig. Animationsfilme sind im Ausland sehr gut zu verkaufen, gut laufen auch Genrefilme wie der Vampir/Action-Film „Wir sind die Nacht“ von Dennis Gansel. Schwer verkaufen lassen sich hingegen deutsche Komödien. Lokale Komödien haben es aber weltweit generell schwer. Diesen Beitrag weiterlesen »
Simon Boé zu Reichweitenmessung in Social Media
Social Media gehören zu den reichweitenstärksten Angeboten im Internet. Ihre Bedeutung als Marketingkanal trägt dieser Tatsache allerdings noch kaum Rechnung. Wie man dies durch passende Messmethoden ändern könnte, war Thema des Social Media Measurement Summit in Berlin.(02. März 2010)
Intensiv diskutiert wurde von den Experten, welche Messmethoden es gibt, wie deren Güte einzuschätzen ist und wo dringend Handlungsbedarf besteht.
Simon Boé, Geschäftsführer der Goldmedia Sales & Services GmbH:
“Man sollte sich an bestehen klassischen Modellen orientieren und diese für den Online- und Social-Media-Bereich entsprechend weiterentwickeln.”
Filmforecasting: Weniger Risiko im Filmbusiness
Von Krise offenbar keine Spur! Im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen der Medienwirtschaft konnte die deutsche Filmwirtschaft ein höchst erfolgreiches Jahr 2009 feiern. Mehr Kinobesucher (plus 13,1 Prozent), mehr Umsatz (plus 22,8 Prozent) und mehr Erfolg für den deutschen Film bzw. internationale Koproduktionen mit deutscher Beteiligung (6 Mio. Kinobesucher mehr als 2008).[1] Auch die gerade beendete Berlinale vermeldet Zuschauerrekorde.
Und dennoch: Die Kinobranche kämpft wie andere mit komplizierten Rahmenbedingungen. Berücksichtigt man die langwierigen Produktionsphasen von Kinofilmen, oft vergehen Jahre vom ersten Skript bis zur Premiere, könnten die Auswirkungen von Finanz- und Wirtschaftskrise erst noch folgen.
Aus ökonomischer Sicht ist die Finanzierung eines Kinofilms ein Hochrisiko-Projekt. Notwendige Finanzierungspartner, vor allem wenn sie aus kinofernen Branchen stammen, gilt es mit Fakten zu überzeugen – ein interessantes Drehbuch allein genügt leider nicht. Zunehmend häufiger nutzt die Filmbranche deshalb wissenschaftliche Methoden, um verlässliche Prognosen über Zuschauerzahlen schon vor Produktionsstart zu erhalten. Filmforecasting-Analysen helfen dabei, das Risiko für alle Beteiligten zu minimieren und stichhaltige Argumente für Investitionsentscheidungen zu liefern. Diesen Beitrag weiterlesen »
Social Media 2010. Goldmedia-Vortrag zu Entwicklungen und Trends
Die Nutzung von Social Media Diensten nimmt weiter stark zu. Facebook feierte Anfang Februar bereits seinen sechsten Geburtstag und verzeichnet derzeit lt. Unternehmensangaben rund 400 Mio. Nutzer, ein Viertel davon sind mobile Nutzer. Auch rund 40 Prozent der Deutschen sind (nach einer Forsa-Umfrage) in Netzwerken wie Facebook, StudiVZ, Wer-kennt-wen aktiv, informieren und kommunizieren per Twitter oder schreiben gar eigene Blogs. Die sozialen Medien sind schon lange nicht mehr nur das Feld von Computerfreaks.
Auch für die Kommunikationsstrategien der Unternehmen wird das soziale Internet zunehmend wichtiger. Etwa drei Viertel der B2B-Unternehmen in den USA waren 2009 bereits auf Facebook und Twitter.
Auf der Sitzung des AK Social Media des BITKOM am 16. Februar 2010 gab Dr. Klaus Goldhammer, Geschäftsführer Goldmedia GmbH, einen aktuellen Statusbericht zu Trends und Entwicklungen von Social Media 2010. Simon Boé, Geschäftsführer der Goldmedia Sales & Services GmbH, referierte zum Themenbereich Recruitment 2.0. 2010 werden Business-Netzwerke gegenüber den klassischen Recruiting Kanälen deutlich zulegen.
Ziel des AK Social Media des BITKOM ist es, die Social Media Anwendungsmöglichkeiten innerhalb verschiedener Geschäftsprozesse aus Unternehmenssicht zu beleuchten.
Interesse am Vortrag? Dann schreiben Sie uns: info@Goldmedia.de
Filmforecasting: Klaus Goldhammer im Interview mit Radio Eins
Am Anfang ist das Skript: Bis daraus ein Film wird, müssen vor allem Geldgeber und Verleiher überzeugt werden. Doch die bloße Idee allein sichert nicht die Refinanzierung von millionenschweren Filmen.
Zunehmend häufiger nutzt die Filmwirtschaft wissenschaftliche Methoden, um verlässliche Prognosen über Zuschauerzahlen schon vor Produktionsstart zu erhalten. Filmforecasting-Analysen können helfen, das Risiko für alle Beteiligten zu minimieren und stichhaltige Argumente für Investitionsentscheidungen zu liefern. Ein Filmforecasting-Modell speziell für den deutschen Kinomarkt hat GOLDMEDIA entwickelt und seit mehr als drei Jahren an verschiedenen Filmprojekten getestet.
Dr. Klaus Goldhammer im Gespräch mit Jörg Thadeusz in der Sendung “Die Profis”, am Samstag, 13.02.2010, 10:40 Uhr.
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Werbekrise bringt Geschäftsmodelle im Free-TV auf den Prüfstand
Wirtschafts- und Werbekrise hinterlassen in der privaten TV-Landschaft deutliche Spuren: Werbeeinbrüche und Umsatzrückgänge, Sparmaßnahmen und Programmreformen, Insolvenzen oder Sender-Verkäufe – fast täglich gibt es neue bad news aus dem einstmals strahlenden Fernsehlager. Besonders stark hat es die privaten werbefinanzierten Spartensender getroffen: Nachdem die Zahl der Sender in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist und es 2008 in Deutschland immerhin 43 Kanäle gab, sank der Wert bis Ende 2009 um mehr als 10 Prozent auf nur noch 38 bundesweite Free-TV-Spartenkanäle in Deutschland.

- Mathias Birkel, Senior Consultant Goldmedia
Zu den Spartensendern, die 2009 – zumindest teilweise – sich neu orientieren mussten, gehören auch etablierte Sender wie Comedy Central (derzeit nur noch als Abendprogramm auf einem geteilten Sendeplatz mit dem Kinderkanal Nick empfangbar) oder der deutsche Ableger des Wirtschaftssenders Bloomberg TV. Der Spielesender Giga Digital wurde nach zehn Jahren Sendebetrieb 2009 ins Internet verschoben. Der Negativtrend hielt auch im Januar 2010 an: So ging u.a. der Heimwerkersender XXHome in die Insolvenz. Tier-TV und TIMM erwägen einen Wechsel in den Pay-Bereich. Neue werbeunabhängige Geschäftsmodelle und kostengünstigere Verbreitungswege scheinen derzeit für viele Sender auf der Prioritätenliste oben zu stehen.
Die Erschließung zusätzlicher Erlösquellen war im Free-TV aber auch schon vor der Werbekrise auf der Agenda: So lag der Anteil alternativer Erlöse im Free-TV bereits 2008 bei ansehnlichen 20 Prozent. (Studie „Wirtschaftliche Lage des Rundfunks 2008/2009“). Abseits von klassischer Werbung konnten die Free-TV-Anbieter (ohne Teleshopping) 2008 hier mehr als 900 Mio. Euro generieren. Klar ist: Dieser Umsatzanteil wird angesichts der Werbemarkt-Situation ausgebaut werden (müssen), andernfalls drohen weitere Einbrüche.
Besonders ein TV-Segment konnte 2009 bereits seine Unabhängigkeit von der Werbewirtschaft ausspielen: Die deutschen Teleshoppingsender trotzten allen rückläufigen Trends und verbuchten 2009 ein sattes, antizyklisches Wachstum von rund sechs Prozent bei einem Jahresumsatz von 1,3 Mrd. Euro. Einzelne Anbieter konnten im Jahr 2009 sogar zweistellig wachsen. So ließ 1-2-3.tv verlauten, dass das Unternehmen 2009 um rund zehn Prozent zugelegt habe. Wachstum zeigt sich nicht zuletzt auch am Start weiterer Shoppingprogramme: Nachdem HSE24 bereits im Jahr 2005 einen digitalen Zweitsender ins Leben gerufen hatte, startete im Oktober 2009 auch Channel 21 einen rein digitalen Schwesternkanal auf Astra. Diesen Beitrag weiterlesen »









