Zur Premiere der Rundshow im Bayerischen Rundfunk ein Kommentar von Goldmedia Geschäftsführer Florian Kerkau

Dr. Florian Kerkau, GF GOLDMEDIA Custom Research GmbH

Am 14. Mai 2012 startete die Rundshow  im  Bayerischen Rundfunk, ein ambitioniertes Social-TV-Projekt unter der Federführung des Journalisten und Bloggers Richard Gutjahr. Ein Team von 20 netzaffinen Journalisten produziert in den kommenden vier Wochen insgesamt 16 Sendungen, in denen die Zuschauer aktiv einbezogen werden und die Möglichkeit haben, die Themenauswahl und Gestaltung  direkt zu beeinflussen. Die Rundshow will die Grenzen zwischen Social Web und dem klassischen TV aufheben.

Goldmedia Geschäftsführer Dr. Florian Kerkau hat sich die Premiere angeschaut. Sein Kommentar ist nachzulesen unter: www.lead-digital.de

Auszug aus seinem Kommentar: “Letztlich bleibt der Eindruck, dass im Fernsehen doch mehr geboten werden muss, als für das Internet oft ausreicht. Social Media funktioniert erfahrungsgemäß immer dann gut, wenn es sich mit sich selbst beschäftigt. Dieser hoch löbliche Versuch des BR davon los zu kommen und sich eines relevanten Themas außerhalb der Medien zu widmen, ist ihnen hoch anzurechnen. Es bleibt jedoch weiterhin die Frage im Raum, welchen tatsächlichen Mehrwert die Einbindung von Interaktionsflächen bietet.” Vollständiger Artikel

 

Die Spreerunde auf der re:publica 2012 – Videobeiträge online ansehen

Die Spreerunde aus Berlin und die Isarrunde in München sind Talkrunden Berliner und Münchner Medienschaffender über den Einfluss digitaler Entwicklungen auf unser tägliches Leben.

Als offizieller Medienpartner war die Spreerunde auch in diesem Jahr  wieder auf der re:publica, die vom 2. bis 4. Mai 2012 in Berlin stattfand, vertreten. Auf ihrer Website präsentiert die Spreerunde zahlreiche  interessante Videobeiträge, die als Interviews und Mitschnitte verschiedener Sessions entstanden sind.

Hier finden Sie eine kleine Auswahl von Videobeiträgen zu folgenden Themen:

Diese und zahlreiche weitere Videobeiträge der Spreerunde auf der diesjährigen re:publica, u.a. zu den Themen  "Anonymität und Meinungsfreiheit im Netz" (Interview mit Sascha Lobo), "Das Netz versetzt die Gesellschaft in Vibration" (Interview mit Mario Sixtus), oder "Cinema out of your backpack– Filmemachen ist demokratisiert",  finden Sie hier.

Hier fehlt der Faktor Kultur. Interview mit Manuela Stehr, Filmproduzentin und -verleiherin und Präsidentin der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO), promedia Mai 2012

Die Filmwirtschaft muss mehr für ihr Image als Kulturträger leisten

„Hier fehlt der Faktor Kultur“

Interview mit Manuela Stehr, Filmproduzentin und -verleiherin und Präsidentin der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO)

Manuela Stehr, Filmproduzentin und -verleiherin (X-Filme und X-Verleih) ist neue Präsidentin der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO). „Die Filmwirtschaft steht im digitalen Medienzeitalter vor großen Herausforderungen. Der Schutz des geistigen Eigentums erfordert den Zusammenhalt aller in der Branche. Es muss auch in Zukunft möglich sein, von Kreativität leben zu können“, so Manuela Stehr. Die SPIO vertritt die Interessen der deutschen Film-, Fernseh- und Videowirtschaft. Sie ist der Dachverband von derzeit 16 Berufsverbänden, die insgesamt über 1100 Mitgliedsfirmen repräsentieren.

Manuela Stehr
Manuela Stehr

promedia: Frau Stehr, die Filmwirtschaft erwirtschaftet nach Zahlen aus dem Bundeswirtschaftsministerium jährlich einen Umsatz von circa acht Milliarden Euro. Ist diese Wirtschaftsleistung der Öffentlichkeit schon ausreichend bewusst?
Manuela Stehr: Meiner Ansicht nach überhaupt nicht. Natürlich freue ich mich, wenn ich so eine Zahl höre, aber ich denke, dass sie höher ist.

promedia: Warum?
Manuela Stehr: Weil es bisher keine umfassenden Erhebungen gegeben hat. Aktuell ist deshalb eine neue Studie der Produzentenallianz mit der Hamburg Media School in Arbeit. Ich habe selbst während meiner Zeit bei der Filmstiftung in NRW versucht, Daten für dieses Bundesland zu eruieren und bin schon daran gescheitert, dass die statistischen Landesämter zum Beispiel keine Freiberufler führen. Wir haben es im Filmbereich aber mit einer Branche zu tun, die nachhaltig durch freiberuflich Tätige bestritten wird. Hier sehe ich allerdings auch eine Aufgabe der SPIO, diese Zahlen zusammenzutragen. Ein anderes Thema jenseits der Zahlen ist für mich auch, welche verschiedenen Betätigungsfelder die Filmwirtschaft bietet. Ich habe viele Leute erlebt, die eine Elektrikerlehre abgeschlossen hatten, sich unglücklich gefühlt haben und heute gut bezahlte Beleuchter sind. Es gibt Leute, die toll mit Zahlen in der Buchhaltung umgehen können, sich aber über die Inhalte langweilten, und heute Continue reading

Networking-Studie 2012: Warum suchen Menschen Gruppen

Die Goldmedia Custom Research GembH befragte im Auftrag des Dictyonomie-Instituts und der DeutschlandGroup Führungskräfte, welchen Stellenwert Gruppen und das Networking für sie haben. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Networking-Studie 2012 veröffentlicht.

Networking-Studie2012 Goldmedia

Befragt wurden 100 Entscheider und Entscheiderinnen, die in mindestens 2 professionellen und wirtschafts-orientierten Clubs Mitglied sind. Untersuchtungsmethode: Kombinierte Methode aus Fokusgruppen und anonymer Online-Umfrage. Zusätzlich wurde als neue Research-Method und innovative Umfragetechnik – die MaxDiff-Methode angewendet.

Gefragt wurde nach den Gründen für eine Gruppenzugehörigkeit, nach Aspekten, die für einen Ausstieg relevant sind, nach den wichtigsten Erwartungen an eine Mitgliedschaft, warum Gruppen häufig ein schlechtes Image haben und vieles mehr.

Zu den Studienergebnissen 

Die Sonderregulierung für Rundfunk ist überholt. Interview mit Conrad Albert, Vorstand ProSiebenSat.1, Legal, Distribution & Regulatory Affairs, promedia April 2012

ProSiebenSat.1 fordert faire Spielregeln für alle Anbieter digitaler Inhalte

„Die Sonderregulierung für Rundfunk ist überholt“

Interview mit Conrad Albert, Vorstand ProSiebenSat.1, Legal, Distribution & Regulatory Affairs

Conrad Albert, Vorstand ProSiebenSat.1, hat in einem promedia-Interview gefordert, bei allen Fragen der Medienregulierung und des Medienkonzentrationsrechtes die Anbieter digitaler Inhalte gleich zu behandeln und die Sonderregulierungen für Rundfunk zu beenden:  „‚Meinungsmacht TV‘ sollte etwa durch einen Faktor ‚Meinungswirkung online‘ relativiert werden. Deshalb setzen wir uns klar dafür ein, für alle Anbieter audio-visueller Inhalte gleiche Rahmenbedingungen zu schaffen“, so Albert. Seiner Meinung nach benötigen wir kein Medienkonzentrationsrecht für andere Gattungen. Vielmehr müsse als fragwürdig gelten, dass 2012 noch die gleiche Ausprägung der genannten Kriterien bei Rundfunk vorherrscht wie vor zwanzig Jahren. Kritisch zeigte sich der im Konzern für Regulierungsfragen zuständige Vorstand, gegenüber einem von der Politik favorisierten Anreizsystem. Nach der Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes zur Untersagung der Springer-ProSiebenSat1.-Fusion habe sich eine Änderung des bestehenden Medienkonzentrationsrechts erübrigt.

Conrad Albert

Conrad Albert

promedia: Herr Albert, die Ministerpräsidenten wollen in diesem Jahr über eine Novellierung des Medienkonzentrationsrechts entscheiden. Ist die Fernsehzentriertheit des Konzentrationsrechts grundsätzlich noch zeitgemäß?
Conrad Albert:
Tatsächlich messen wir in dieser wichtigen Frage mit zweierlei Maß, denn unser Medienkonzentrationsrecht ist erstens rundfunkzentriert und findet zweitens ausschließlich Anwendung auf deutsche Rundfunkveranstalter. Das heißt in der Konsequenz, dass die wichtigsten internationalen Player mit teilweise monopolistischen oder marktbeherrschenden Strukturen wie Google und Facebook nicht betroffen sind, es sei denn, sie wären als Investoren an deutschen Veranstaltern aktiv. Daran haben diese Unternehmen natürlich kein Interesse, da sie wissen, dass wir von medienrelevanten Größenordnungen mit wesentlichem Einfluss sprechen. In Deutschland etwa sind mittlerweile 20,2 Millionen Menschen bei Facebook aktiv, das entspricht knapp einem Viertel der Gesamtbevölkerung. Diese Entwicklung kann bei der Betrachtung der Marktstellung von Rundfunkveranstaltern nicht ausgeblendet werden. „Meinungsmacht TV“ sollte etwa durch einen Faktor „Meinungswirkung online“ relativiert werden. Deshalb setzen wir uns klar dafür ein, für alle Anbieter audio-visueller Inhalte gleiche Rahmenbedingungen zu schaffen.

promedia: Das heißt, dass heute von Online-Plattformen und Suchmaschinen eine ebenso große Gefahr für die Meinungsbildung ausgeht wie von klassischen TV-Sendern?
Conrad Albert:
Gefahr ist ein viel zu großes Wort! Die ProSiebenSat.1 Media AG hat mit ihren starken TV- und Internet-Marken Deutschlands die Pole Position inne und profitiert von den vielen strategischen Vorteilen einer digitalisierten Medienlandschaft. Continue reading

Aktuelle Erhebung zur Produzentenstudie 2012 gestartet

Seit mehr als zehn Jahren gab es in Deutschland keine Produzentenstudie mehr, die  wichtige Daten zur Film- und Fernsehwirtschaft liefert. Aus diesem Grund erstellen die Hamburg Media School und Goldmedia derzeit im Auftrag der FFA Filmförderungsanstalt, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg und der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien sowie mit Förderung des FilmFernsehFond Bayern, der Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen, nordmedia, des Medienboard Berlin-Brandenburg, der Filmförderung Hamburg/Schleswig-Holstein und der Mitteldeutschen Medienförderung eine umfangreiche Produzentenstudie.

Wie viele Stunden Film werden von deutschen Produzenten jährlich produziert? Welche Umsätze generiert die Film- und Fernsehproduktionswirtschaft in Deutschland pro Jahr? Wie viele Arbeitsplätze schafft die Branche? Aufschluss über diese und zahlreiche weitere wirtschaftliche Fragen wird die aktuelle Produzentenstudie geben, die nicht nur für die Film- und Fernsehbranche, sondern auch für die Medienpolitik von Signifikanz ist.

Zur Teilnahme an der Befragung sind alle Produzenten von Fernseh-, Kino-, Werbe- und Dokumentationsfilmen aufgerufen. Der Fragebogen ist noch bis Anfang Mai online unter www.goldmedia.com/produzentenstudie ausfüllbar.

Weitere Informationen:
http://www.goldmedia.com/aktuelles/info/article/befragung-zur-produzentenstudie-startet.html

 

Kontakt Erhebung Produzentenstudie:

Goldmedia GmbH
Christine Link: +49-30-246 266-0, Christine.Link@Goldmedia.de
www.goldmedia.com

Hamburg Media School
Juliane Müller: +49-30-2067088-30, juliane.mueller@hamburgmediaschool.com
www.hamburgmediaschool.com

Deutschland ist doch ein Pay-TV-Land. Gastkommentar von Mathias Birkel bei kress.de

Es ist schon interessant: In kaum einem anderen Land in Europa wird so viel Geld für Fernsehen ausgegeben wie in Deutschland, aber wir nennen es nicht Pay-TV! So wird seit 20 Jahren behauptet, Deutschland sei „kein Pay-TV-Land“. Und stets wird dabei argumentiert, dass die Deutschen nur wenig bis gar kein Interesse an entgeltpflichtigen TV-Programmen hätten, weil sie seit Einführung des Privatfernsehens eine breite Palette an Free-TV-Sendern sehen können.

Mathias Birkel

Mathias Birkel

Doch die Realität ist eine andere: Selbst wenn man von der obligatorischen Rundfunkgebühr absieht, zahlen fast die Hälfte (45,6 Prozent laut SES Astra 2011) der deutschen TV-Haushalte direkt oder indirekt Geld: für ihren Kabelanschluss. Was in Amerika die „basic cable fee“ ist (und als Pay-TV gilt), versteckt sich in Deutschland häufig in den Mietnebenkosten und wird nicht weiter beachtet. Auch die inzwischen mehr als 1,6 Mio. IPTV-Nutzer – in erster Linie „Entertain“-Kunden der Deutschen Telekom – zahlen eine Grundgebühr für ihren Fernsehanschluss. Der IPTV-Anschluss wird aber ebenfalls gemeinhin nicht als Pay-TV verstanden, schließlich empfängt man hier doch zunächst nur die „Free-TV“-Kanäle.

Und Abonnenten für „richtige“ Premium-Pay-TV-Angebote (also pay cable)? Seit 2001 haben sich die Kundenzahlen von 2,1 Millionen auf inzwischen rund 5,4 Millionen Haushalte in Deutschland mehr als verdoppelt. Damit zahlt bereits fast jeder achte deutsche Haushalt regelmäßig Geld für Pay-TV-Programme – zusätzlich zu den Gebühren für die Öffentlich-Rechtlichen. Allein 2011 wuchs die Zahl der Pay-Abonnenten in Deutschland um rund 15 Prozent! Continue reading

Die Deutsche Telekom ist nicht neutral. Interview mit Prof. Dr. Bernd Holznagel, Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (ITM) der Universität Münster, promedia April 2012

Die KEK muss jeden Erwerb von Fußball-Bundesligarechten durch die Deutsche Telekom prüfen

„Die Deutsche Telekom ist nicht neutral“

Interview mit Prof. Dr. Bernd Holznagel, Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (ITM) der Universität Münster

Nach verschiedenen Zeitungsberichten will die Deutsche Telekom alle Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga ersteigern. Bis zum 2. April müssen alle Interessenten an den Übertragungsrechten der Fußball-Bundesliga ihre Gebote bei der Deutschen Fußball Liga abgegeben haben. Danach entscheidet die DFL, wer ab 2013 vier Jahre lang die Spiele übertragen darf. Sollte die Telekom, die bislang nur die Rechte am IPTV hält, die Fernsehrechte der Bundesliga ersteigern, könnte es  zu Klagen kommen, unter anderem von Sky. Bei einem langen Rechtsstreit wäre die Bundesliga der Verlierer.

Prof. Dr. Bernd Holznagel

Prof. Dr. Bernd Holznagel

promedia: Herr Holznagel, die Deutsche Telekom bietet um die Übertragungsrechte für die Fußballbundesliga ab 2013 mit. Inwieweit passt das in die Plattformstrategie der Telekom?
Bernd Holznagel:
Die Deutsche Telekom sieht sich zunehmend unter Druck durch die Kabelnetzbetreiber (KDG, Liberty), die ihren Kunden über das Breitbandkabel attraktive Triple Play Angebot machen (Fernsehen, Telefon und schnelles Internet aus einer Hand). Um dem zu begegnen, will sie ihr eigenes Telefon- und Internetangebot über DSL um Fernsehinhalte ergänzen. Wenn sie deshalb jetzt die Pay-TV-Rechte an der Bundesliga erwirbt, hat die DT möglicherweise wenige Interesse, diese Rechte auch über Kabel verfügbar zu machen, um so nicht indirekt wieder die Kabelnetzbetreiber zu stärken. Die Vergaberegeln der Deutschen Fußball Liga (DFL) würden es ihr auch erlauben, die Bundesliga nur über IPTV und Satellit zu verbreiten und das Kabel “brach” liegen zu lassen.

promedia: Die Telekom erreicht mit „Liga Total“ über IPTV nur 150.000 Abonnenten. Für die drei Rechtepakete erwartet die DFL mindestens 1,5 Mrd. Euro. Ist das durch die Telekom überhaupt zu refinanzieren?
Bernd Holznagel:
Die Deutsche Telekom ist als Ex-Staats-Monopolist im Geschäft mit Internetzugängen und Telefonanschlüssen Continue reading